Immer stärker vernetzte Einsatz- und Kommunikationssysteme machen Rettungs- und Hilfsorganisationen effizienter, erhöhen jedoch gleichzeitig ihre Abhängigkeit von einer stabilen digitalen Infrastruktur. Fällt diese in Krisen- oder Katastrophensituationen aus, entscheidet die Qualität vorbereiteter Notfallpläne darüber, ob Einsatzkräfte handlungsfähig bleiben. Genau hier setzt die Entwicklung moderner Katastrophenkommunikation an: Sie schafft die Grundlage, um komplexe Einsatz- und Kommunikationsszenarien bereits im Vorfeld digital zu simulieren und dadurch robuste Abläufe für den Ernstfall zu etablieren.

Mit ihrer Expertise in der Prozesssimulation und -modellierung bringt BOC Group diesen Ansatz aktiv in das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft geförderte Forschungsprojekt „AI4Emergency“ ein. Gemeinsam mit Unternehmen, Rettungsorganisationen und der Salzburg Research Forschungsgesellschaft wird daran gearbeitet, Kommunikations- und Einsatzprozesse auch unter erschwerten Bedingungen von Ausfall oder Überlastung digitaler Infrastrukturen zuverlässig abzusichern. Ziel ist es, reale Krisenszenarien bereits im Vorfeld modellhaft abzubilden und darauf basierend belastbare Notfall- und Krisenpläne zu entwickeln.

Im Rahmen von „AI4Emergency“ werden sogenannte Lastmodelle entwickelt, die den realen Datenverkehr in Krisenszenarien simulieren und den notwendigen Bandbreitenbedarf für Einsatzkräfte abschätzen. Unter anderem auf Basis der Simulationstechnologien der BOC Group können so unterschiedliche Ausfall- und Belastungsszenarien durchgespielt und Notfallpläne vorab getestet werden.

Es braucht Vorbereitung. Wir wollen nicht erst im Hochwasser herausfinden, was zu tun ist, sondern Notfallpläne vorab entwickeln und testen“, so Projektleiter Robert Woitsch, Mitglied des Vorstands der BOC Group.

Um belastbare Ergebnisse zu gewinnen, sind nach der Entwicklung der Lastmodelle auch Testläufe unter realitätsnahen Bedingungen vorgesehen – etwa bei Großveranstaltungen wie Musikfestivals oder Motorsport-Events, bei denen Mobilfunknetze regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Das Forschungsprojekt ist auf zwei Jahre angelegt und soll grundlegende Erkenntnisse liefern, die in zukünftige Konzepte der Katastrophenkommunikation einfließen. BOC Group trägt somit wesentlich dazu bei, die Handlungsfähigkeit von Organisationen in Ausnahmesituationen methodisch abzusichern und weiterzuentwickeln.

→ Artikel in der österreichischen Tageszeitung Der Standard  Lesen Sie hier mehr über die Herausforderungen digitaler Abhängigkeiten in der modernen Rettungsarbeit.

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