Einleitung

Im ersten Teil dieser Blogreihe haben wir gezeigt, wie Unternehmen Prozessprobleme bis zu ihren architektonischen Ursachen zurückverfolgen können. Durch die Kombination von Geschäftsprozessmanagement (GPM) in ADONIS und Enterprise Architecture Management (EAM) in ADOIT konnten wir zeigen, wie aus operativen Herausforderungen die Grundlage für gezielte, faktenbasierte Verbesserungen entsteht.

Im zweiten Teil wechseln wir die Perspektive. Statt bei den täglichen Geschäftsprozessen zu beginnen, setzen wir auf der strategischen Ebene an – dort, wo Ziele definiert, Fähigkeiten aufgebaut und Prioritäten festgelegt werden. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, strategische Absichten in konkrete Maßnahmen zu übersetzen und die Vision mit den Systemen und Prozessen zu verbinden, die sie Wirklichkeit werden lassen.

Dieser Perspektivwechsel macht die eigentliche Stärke des Zusammenspiels von GPM und EAM deutlich: Strategie, die bis in die Umsetzung reicht – und Umsetzung, die kontinuierlich neue Impulse für die Strategie liefert.

Perspektivwechsel: Der Einstieg auf Strategieebene

In diesem zweiten Szenario beginnen wir auf der strategischen Ebene, wo sich die zentralen Fragen stellen:

  • Was sind unsere strategischen Ziele?
  • Welche Fähigkeiten benötigen wir, um diese Ziele zu erreichen?

Genau hier zeigt sich eine Herausforderung, mit der viele Unternehmen vertraut sind. Zwar ist häufig klar definiert, was erreicht werden soll, doch der Weg von der Strategie zur Umsetzung bleibt oft unklar. Dabei geraten die nächsten entscheidenden Fragen leicht aus dem Blick:

  • Welche Fähigkeiten müssen weiterentwickelt werden?
  • Gibt es infrastrukturelle Herausforderungen, die zunächst gelöst werden müssen?
  • Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf unsere Geschäftsprozesse?
  • Und wie setzen wir sie konkret um?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird aus Strategie ein greifbares Ergebnis.

Dabei definiert Enterprise Architecture Management das Warum und Was, während Geschäftsprozessmanagement das Wie liefert.

Von Zielen über Fähigkeiten zu Prozessen

Sobald die strategische Richtung feststeht, gilt es, sie in der Unternehmensarchitektur zu verankern und jedes Ziel mit den Fähigkeiten zu verknüpfen, die für seine Umsetzung erforderlich sind.

In ADOIT beginnt dieser Schritt mit Zielkarten, die veranschaulichen, wie strategische Ziele zusammenhängen und wo Abhängigkeiten oder Zielkonflikte entstehen können. Jedes Ziel wird anschließend mit den entsprechenden Fähigkeiten verknüpft, die zu seiner Umsetzung benötigt werden. So erkennen Unternehmen frühzeitig, welche Bereiche zuerst weiterentwickelt werden müssen.

Da ADONIS und ADOIT auf ein gemeinsames Repository zugreifen, reichen diese Zusammenhänge weit über die Strategie hinaus. Fähigkeiten, Anwendungen und Prozesse sind toolübergreifend miteinander verbunden. Dadurch werden die Auswirkungen jeder geplanten Änderung sofort sichtbar – von der IT-Landschaft bis hin zu den täglichen Geschäftsprozessen.

Diese durchgängige Nachvollziehbarkeit stellt sicher, dass strategische Entscheidungen jederzeit auf einer belastbaren operativen Grundlage getroffen werden.

Beispiel eines Flughafen-Check-in-Prozesses und seines Beziehungsnetzwerks

Strategie in konkrete Veränderungen übersetzen

Sobald klar ist, welche Fähigkeiten und Prozesse betroffen sind, stellt sich die nächste Frage: Wie geht es weiter?

Mit Arbeitsbereichen und Transformationsplanung in ADOIT lassen sich strategische Vorhaben in konkrete, umsetzbare Maßnahmen überführen. Dabei können Sie:

  • klare Zeitpläne und Verantwortlichkeiten festlegen,
  • messbare Meilensteine definieren,
  • Initiativen priorisieren und ihren Fortschritt verfolgen.

Durch diesen kollaborativen Ansatz können sich auch Stakeholder:innen außerhalb der Architekturteams aktiv einbringen. Strategische Ziele bleiben nicht länger abstrakte Visionen, sondern werden zu konkreten Programmen, deren Fortschritt messbar gesteuert werden kann.

Transformationsplanung in ADOIT Arbeitsbereichen

Sofortige Transparenz über die Auswirkungen auf das Unternehmen

Sobald Veränderungsinitiativen definiert sind, müssen Teams verstehen, welche Auswirkungen sie auf den laufenden Betrieb haben. Genau hier wird das gemeinsame Repository von ADOIT und ADONIS besonders wertvoll.

Wird beispielsweise eine bestimmte Fähigkeit weiterentwickelt, ist unmittelbar ersichtlich,

  • welche Prozesse angepasst werden müssen,
  • welche Anwendungen betroffen sind,
  • wo Risiken oder Abhängigkeiten bestehen.

Dank der Möglichkeit, diese Zusammenhänge mit nur wenigen Klicks nachzuvollziehen, erhalten Teams sofort einen Überblick über Auswirkungen und Abhängigkeiten. Das ermöglicht fundiertere Entscheidungen und reduziert das Risiko unerwarteter Nebeneffekte.

Schnellere Prozessgestaltung mit KI-Unterstützung

Wenn es an der Zeit ist, einen Prozess neu zu gestalten, muss man nicht bei Null anfangen. Mit der KI-gestützten Prozessmodellierung in ADONIS lassen sich Prozessmodelle automatisch auf Basis der Architekturinformationen aus ADOIT erstellen. Dadurch werden Aktualisierungen beschleunigt, die Ausrichtung an den strategischen Zielen sichergestellt und der manuelle Aufwand deutlich reduziert – ohne an Flexibilität einzubüßen.

Prozessmodelle mit dem KI-Assistenten schnell erstellen und weiter verfeinern

Das Ergebnis kann anschließend je nach Komplexität der Änderung manuell weiter angepasst oder direkt übernommen werden. In jedem Fall beschleunigt KI den Weg von der Planung bis zur Umsetzung.

Tipp: Erfahren Sie mehr über KI in ADONIS und KI in ADOIT und wie intelligente Funktionen Ihnen dabei helfen, mit geringerem Aufwand mehr Wirkung zu erzielen.

Ein Praxisbeispiel: Von der Vision zum Ergebnis

Nehmen wir erneut das Flughafenbeispiel aus Teil 1. Diesmal beginnt die Geschichte mit einem strategischen Ziel – beispielsweise der Senkung der Kosten für den Passagierservice. Daraus entsteht die Entscheidung, Self-Service-Kioske einzuführen.

Analyse von Architekturbeziehungen zwischen Zielen, Anforderungen, Anwendungen und Prozessen

Mithilfe der EAM-Analyse werden die benötigten Fähigkeiten sowie die betroffenen Anwendungen identifiziert. Anschließend übersetzt das GPM diese Erkenntnisse in neue, optimierte Check-in-Prozesse, die Self-Service-Kioske, menschliche Unterstützung und IT-Systeme nahtlos miteinander verbinden.

Beispiel eines Flughafenprozesses mit Self-Service-Check-in-Kiosken

Ein solcher Ansatz führt zu:

  • geringeren Betriebskosten,
  • einem reibungsloseren Passagiererlebnis,
  • einer skalierbaren Grundlage für zukünftige digitale Services,
  • zielgerichteteren Investitionen in IT und Prozessveränderungen.

Eine Geschichte, zwei Perspektiven

Gemeinsam erzählen diese beiden Blogbeiträge eine zusammenhängende Geschichte:

Die zentrale Erkenntnis ist einfach: Arbeiten ADONIS und ADOIT Hand in Hand, gewinnen Unternehmen die Transparenz, Struktur und Sicherheit, die sie benötigen, um nachhaltige Transformation erfolgreich umzusetzen.

Erleben Sie, wie die Verbindung von GPM und EAM Strategie und Planung in konkrete Ergebnisse verwandelt.

nur in Englisch verfügbar

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